Rückblick auf „Geistlichen Spaziergang“


"Der geistliche Spaziergang am 12.10.26 unter der Organisation von Maria Elsen führte zur romanischen Kirche St. Kunibert, eine von sechs Kölner Kirchen, die den päpstlichen Ehrentitel "Basilica minor" trägt. Pfarrvikar Dr. Peter Seul begrüßte die 15köpfige Gruppe vor dem 1993 fertig gestellten Westportal von St. Kunibert und erläuterte zunächst die Umgebung, die im Mittelalter den Ortsnamen Niederich trug. In der Nähe befinden sich noch andere historische Gebäude wie die Bastei und der Weckschnapp, aus neuerer Zeit das Marienkrankenhaus und die Musikhochschule. Dann erläuterte er ausführlich das theologische Bildprogramm des Westportals mit den Bronzetüren des Kölner Bildhauers Toni Zens mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Mit dem Wiederaufbau des Westwerkes und seinem markanten Glockenturm wurde auch das Geläut von 24 Glocken wieder hergestellt. Die Hauptglocke - die Bourdon-Glocke - ist die drittgrößte Glocke Kölns und das Geläut gehört nach dem Dom zu den klangschönsten in Köln.
Das Westportal wird nur zu besonderen Anlässen geöffnet, der Eingang zur Kirche befindet sich an der Nordseite. Durch eine kunstvoll gestaltete Holztür gelangt man in eine Vorhalle, von der man in das beeindruckende Westwerk mit einer Höhe von 35 m gelangt. Hier hängt eine Skulptur des Heiligen Clemens, welcher der ursprüngliche Pfarrpatron der Kirche war. Sie erhielt erst nach dem Tode des Bischofs Kunibert und seiner Beisetzung in dieser Kirche den Namen St. Kunibert. St. Kunibert war eine Stiftskirche, die gleichzeitig auch als Pfarrkirche diente. Vom Westwerk hat man einen Blick in das 69 m messende Langhaus, das durch die hohen Fenster die Kirche in einem sehr hellen Licht erscheinen lässt. Das Langhaus ist in drei Schiffe unterteilt. Vom Langhaus gelangt man in die höher gelegene Ostapsis. Die Fenster im Chor sind bedeutende Zeugnisse mittelalterlicher Glasmalereien und ihr Programm ist den Heiligen gewidmet, die besonders eng mit der Stiftskirche verbunden waren - St. Clemens und St. Kunibert. Im Altarraum befinden sich auch der Reliquienschrein von St. Kunibert und der Ewaldisschrein.
Von herausragender Bedeutung ist die Verkündigungsgruppe an den beiden Vierungspfeilern, laut Herrn Seul trägt der Engel die schönsten Locken Kölns.
An den Seiten sind die steilen Treppen zum unteren "kryptaähnlichen" Gewölbe, wo sich der Kunibertspütz befindet, mit dem sich viele mittelalterliche Legenden verbinden. Die Basilika beherbergt noch viele weitere Schätze, die eine Besichtigung lohnenswert machen.
Die Gruppe bedankte sich später bei Pfarrvikar Dr. Seul für die hervorragende Führung und bei Maria Elsen für die Organisation dieses interessanten geistlichen Spaziergangs.